Zu den nicht heimischen Krebsarten zählt der Rote amerikanische Sumpfkrebs (Procambarus clarkii GIRARD), der Anfang der 70er Jahre in Europa (Spanien) eingeschleppt wurde. Ursprüngliche Heimat des Sumpfkrebses ist der Süden Nordamerikas. Darauf bezieht sich auch sein weitere Name: Louisiana Krebs. In Deutschland konnten sich, seit dem Erstnachweis Anfang der 90er Jahre, vereinzelnd reproduzierende Vorkommen etablieren. In Spanien und Frankreich besiedelt er zahlreiche Gewässersysteme.

Roter amerikanischer Sumpfkrebs (Foto: Klaus Vanscheid)Wie auch der amerikanische Flusskrebs ist der Rote Sumpfkrebs Überträger der Krebspest (Aphanomyces astaci). Befallen werden diese Arten nicht von der Krankheit, sie übertragen den Erreger mit den Ausscheidungen, somit stellt er eine große Bedrohung für die heimischen Edelkrebse dar. Deshalb ist das Aussetzen dieser sowie auch der anderen amerikanischen resistenten Arten verboten.

Der Rote amerikanische Sumpfkrebs erreicht eine Größe von bis zu 15 cm, meist aber kleiner. Der Panzer und die Scheren sind auffällig stark mit Dornen/Warzen besetzt. Beim ausgewachsenen Männchen sind die Scheren größer ausgebildet als bei den Weibchen. Die Scheren und Beine sind besonders auf der Unterseite auffällig rot gefärbt. Der Panzer erscheint meist dunkelbraun bis schwarz. Jungtiere sind meist unauffällig grau gefärbt.

Die Entwicklungszeit der bis zu 200 Eier dauert bis zu vier Wochen. Die Laichzeit erfolgt in den Monaten Oktober bis Juli, mehrere Generationen sind möglich.

Der Sumpfkrebs stellt gegenüber seinem Lebensraum nur geringe Ansprüche an Sauberkeit und Sauerstoffgehalt. Selbst vorübergehendes Austrocknen des Gewässers übersteht der Sumpfkrebs indem er sich in Röhrenhöhlen in das Sediment eingräbt. Zudem wurde beobachtet, dass der Krebs, wenn ihnen ein Lebensraum (meist Gartenteich) nicht zusagt, das Gewässer verlassen und bis zum Erreichen eines geeigneten Lebensraumes weite Strecken über Land zurücklegen kann.

Der Rote amerikanische Sumpfkrebs zählt weltweit zu den meistproduzierten und gehandelten Speisekrebsen. Für Aquarianer wird der Sumpfkrebs unter dem Handelsnamen „Süßwasserhummer“ angeboten.