Maifisch (Foto: MUNLV-NRW)Der Maifisch gehört zu den Heringsartigen Fischen. Auffällig beim Maifisch ist die für Heringsartigen typische, durch vorstehende Schuppen gesägte Bauchkante. Ein ebenfalls markantes Merkmal ist das Fettlid auf den Augen. Von der ähnlich aussehenden Flinte unterscheidet sich der Maifisch zum einen aufgrund der äußerlich sichtbaren 1-6 Körperflecken auf jeder Seite. Die Flinte besitzt 6-10 Flecken auf jeder Körperseite. Zum anderen besitzt der Maifisch mehr Kiemenreusendornen (90-120 Stück) als die Flinte (40-60 Stück).

Biologie und ökologische Ansprüche
Der Maifisch ist wie der Stör ein anadromer Wanderfisch. Zur Laichzeit im Mai ziehen die Maifische aus dem Meer in die Flüsse. Die Eier (100.000-200.000 Stück pro Weibchen) werden über kiesigen Bereichen abgelegt und sinken auf den Gewässergrund. Hier kleben sie nicht wie bei vielen anderen Fischenarten fest, sondern sie treiben auf dem kies. Nach 4-5 Tagen schlüpfen die Jungen, die innerhalb von 2-3 Monaten 8-12 cm lang werden. Die jungen Maifische ziehen noch in dem Jahr, in dem sie geschlüpft sind, ins Meer, wo sie mehrere Jahre bleiben. Die Elterntiere ziehen sofort nach der Eiablage wieder ins Meer.
Maifische ernähren sich im Meer von freischwimmenden kleinen Krebsen. Im Süßwasser nehmen die Tiere keine Nahrung auf. Maifische können bis zu 70 cm lang und 3 kg schwer werden.

Historische Verbreitung im 18. und 19. Jahrhundert
Bis Ende des 19. Jahrhunderts ist der Maifisch im Rhein- und Wesergebiet weit verbreitet gewesen. Die im April und Mai die Flüsse hochziehenden Schwärme sind von einer Größe gewesen, die heute nur noch schwer vorstellbar ist. So schreibt LANDOIS (1892):“… ziehen sie dicht an der Oberfläche dahin, so dass die Rückenflosse aus dem Wasser hervorsieht und machen ein solches Geräusch, dass man, wie Bladener berichtet, glauben sollte, es wälze sich eine Schweinehorde im Wasser vorwärts.“

Verbreitungs- und Bestandssituation von 1972-1999
In den letzten 15 Jahren wurden im Rhein in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg einzelne Maifische gefangen. Für die nordrhein-westfälischen Gewässerabschnitte des Rheins und der Weser sind seit Mitte der 1950er Jahre keine Nachweise mehr bekannt.

Entwicklungstendenzen
Trotz vereinzelter Nachweise in anderen Bundesländern ist eine Regeneration der Maifischbestände insgesamt zur Zeit unwahrscheinlich. Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass die Entwicklungsmöglichkeiten dieser Art vor allem durch die Verschmutzung der Meere immer weiter eingeengt werden. Zum anderen stehen Beeinträchtigungen der Süßwasserlebensräume, wie z.B. der Ausbau der Gewässer unter technischen Gesichtspunkten, einer positiven Entwicklung des Maifisches entgegen.

Gefährdung und Rote Liste-Status
In der nordrhein-westfälischen Roten Liste ist der Maifisch als ausgestorben verzeichnet. Als Ursachen für das Verschwinden dieser Fischart sind im Wesentlichen in Gewässerverschmutzung, Überfischung und Gewässerausbau zu sehen. Ferner spielt die Verschmutzung der Meere eine bedeutende Rolle.

Schutzmöglichkeiten und Entwicklungsmaßnahmen
Der Maifisch ist nach § 1 der Landesfischereiordnung ganzjährig geschont.
Spezielle Artenschutzprogramme bestehen zur Zeit nicht.

Die Schutzmöglichkeiten entsprechen im Wesentlichen denen, die auch für andere Langdistanz-Wanderarten, wie zum Beispiel Fluss- und Meerneunauge, beschrieben wurden. In Bezug auf dem Maifisch ist zu berücksichtigen, dass nur dann eine positive Entwicklung zu erwarten ist, wenn der Teillebensraum Meer auf internationaler Ebene in die Festlegung von Schutzmaßnahmen einbezogen wird.

Quelle: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen

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