Torfmudde Foto: B. HeitmannNTorfmudde Foto: B. Heitmannach dem Hochwasser im August 2010 hat die Dinkel so einige interessante Dinge hinterlassen. Für Verwunderung sorgten mitunter zahlreiche große braune Klumpen, die am Uferbereich von Dinkel und Donaugraben angeschwemmt wurden. „Was ist das denn für ein Haufen“ war vielfach von verwunderten Spaziergängern zu hören. Wer sich die unförmigen Gebilde aber einmal näher angeschaut hat, dem wurde schnell klar, dass es sich hierbei um eine Art organisches Material handelt, dass sehr an Blumenerde erinnert. Pflanzenfasern und gelegentlich auch Wurzelteile sind in den dicken Brocken auszumachen.
Der Ursprung dieser Torfbrocken liegt in einem flussaufwärts gelegenen Moorgebiet, das allerdings freiäugig nur selten als solches zu erkennen ist. Im gesamten Niederungsgebiet vor allem der Urstromtäler des Tieflands in Norddeutschland finden sich größere und kleinere Moorflächen, die meist in kleinen Senken als Niedermoore entstanden sind. Im Laufe von oft mehreren Jahrtausenden haben sich die Niedermoore zu Hochmooren entwickelt.

Die Bildung in sandigen oder tonigen Senken führt zu Querschnitten in Form einer Linse, wodurch diese Strukturen heute den Namen Torflinse tragen.
Torfmudde Foto: B. HeitmannViele dieser Moorgebiete wurden in den letzten Jahrhunderten entweder nur teilweise abgetorft bzw. umgegraben, oder man hat sie mit Erde oder Sand überdeckt. Im Regelfall werden solche Torflinsen erst durch diese Bodensetzungen beim Gebäude- oder Straßenbau entdeckt. Eine Torflinse war übrigens auch der Grund dafür, dass das Vereinsheim heute 6 Meter weiter nach hinten gebaut werden musste. Eine Torflinse im vorderen Bereich hätte die Standsicherheit des Gebäudes beeinflusst.
Die Torfbrocken, Torfmudden genannt,  in der Dinkel und im Donaugraben sind letztlich mit dem extremen Kräften des Hochwassers aus den sandigen Bodenbereichen der oberen Dinkel herausgespült und verlagert worden. In Bereichen mit weniger Strömung haben sie sich abgelagert. (hei)