Toter Karpfen am MühlenwehrDie Befürchtungen scheinen sich zu bestätigen: Mitglieder des Angelvereins haben in der Dinkel nun tote Fische entdeckt. Diese sollen gestorben sein, als vor Kurzem die Eisdecke auf dem Fluss absackte – wegen des geöffneten Mühlenwehrs.

Mitglieder des ASV Nienborg gehen am Ufer der Dinkel entlang und werden fündig: Sie entdecken Fische, die mit dem Bauch nach oben schwimmen. Damit scheint sich jetzt, da die Eiszeit an der Dinkel vorüber ist, die Sorge der Nienborger Angler zu bestätigen. Sie fürchten, dass anfangs des Monats Fische gleich massenhaft gestorben sind.

Hintergrund für die Sorge: Als die Dinkel aufgrund der sehr kalten Witterung zugefroren war, ist Wasser unter dem Eis durch das Mühlenwehr abgeflossen. Deshalb sackte die Eisdecke ab. „Wir müssen davon ausgehen, dass viele Fische von der Eisdecke regelrecht zerdrückt wurden. Vielleicht konnten sich einige Fische in etwas tiefere Gewässerbereiche retten, es ist aber davon auszugehen, dass eine derartige Stresssituation nicht allzu viele überstehen“, sagte seinerzeit der ASV-Vorsitzende Christian Schubert.

Aber müssten nicht massenweise tote Fische in der Dinkel schwimmen, wenn diese Befürchtung begründet ist? Nach Einschätzung der Angler ist das Gegenteil richtig: Grundsätzlich sei es sehr schwierig, den toten Fisch auch wirklich zu finden. Zunächst seien sie unter dem Eis gewesen und nun verblieben sie am Gewässergrund und würden dort langsam zersetzt. „Nur vereinzelt wird man tote Fische am Dinkelufer und an der Mühle finden“, wird Schubert in einer Mitteilung des Vereins zitiert.

Vor gut zwei Wochen hatte der Verein angekündigt, er werde gegenüber den Wehrbesitzern, Familie Brüggemann, Schadenersatz einfordern. Wegen der Beweislage haben die Angler keine Bedenken. „Wir müssen nicht massenhaft tote Fische finden, um ein Fischsterben nachzuweisen“, sagte Benedikt Heitmann, der beim ASV für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Mit einem Vergleich des aktuellen Bestands und den Besatzmaßnahmen, die der Verein in seinem Pachtgewässer durchgeführt habe, könne man das Ausmaß des Schadens beziffern. „Bis Ende nächster Woche können wir abschätzen, was da zu erwarten ist“, sagte Heitmann im Gespräch mit den WN. Der Verein behalte sich auch weitere Schritte vor. „Wir stehen mit dem Landesfischereiverband Westfalen und Lippe in Kontakt und lassen eventuell ein fischereiliches Gutachten erstellen“, so Heitmann. (WN25.02.12 Zimmermann)