Heek-Nienborg - Nicht die Dinkel war offenbar das Problem, sondern der unscheinbare Schüttenkampsgraben: Der Rat hat sich mit den Ursachen des Hochwassers im August 2010 beschäftigt. In diesen Tagen herrscht in Nienborg Idylle pur: Sanft wiegt sich das frische Grün der Weiden über der Dinkel. Klares Wasser läuft am Rande des Klanggartens hinter dem Langen Haus durch den Schüttenkampsgraben. Vor rund 20 Monaten bot sich Passanten allerdings ein ganz anderes Bild: „Hier stand alles unter Wasser“, erinnert sich ein Spaziergänger, der vom Donaugraben aus über die Felder bis auf den Burgbereich schaut.

Auch die Anwohner auf der Dinkelseite der Hauptstraße – etwa zwischen Burgbereich und Mühle – haben die Bilder vom Hochwasser im August 2010 noch nicht vergessen. Und sind dabei zu einer Erkenntnis gekommen: Nicht die Dinkel war das Problem, sondern der unscheinbare Schüttenkampsgraben. Sie haben sich deshalb an die SPD-Fraktion gewandt, mit der Bitte, das Thema im Rat wieder aufzugreifen. So entstand ein Antrag der Sozialdemokraten, in dem sie nach den Ursachen und daraus resultierenden Maßnahmen zur Vorbeugung fragen.
Die Gemeindeverwaltung hatte deshalb Stefan Pelz, Leiter der Unteren Wasserbehörde des Kreises Borken eingeladen, der sich diesen Fragen in der Sitzung stellte. Ja, es habe eine Ursachenanalyse gegeben, sagte Pelz. Wichtigste Erkenntnisse: Das Hochwasser war ein Ereignis, wie es ein mal in 500 Jahren vorkommt. Und die vorhandenen Systeme funktionieren bis zum Ausmaß eines Jahrhunderthochwassers gut. Dafür gebe es Alarmpläne, die auf den Pegelwerten basieren. Problematisch sei, dass bei kleinen Gewässern wie der Dinkel nur eine Reaktionszeit von wenigen Stunden verbleibe, ehe die Hochwasserwelle da ist.
In den Blick genommen haben die Behörden nach dem Hochwasser auch das Kanalnetz, Pumpen und Schaltkästen sowie das Regenrückhaltebecken zwischen Donnerberg und Bült. Hier sollen noch die Steuerung und ein Wall optimiert werden.
Und der Schüttenkampsgraben? Bürgermeister Ulrich Helmich und Stefan Pelz vereinbarten, sich bei nächster Gelegenheit mit der Situation zu befassen und bei Bedarf auch einen Ortstermin zu vereinbaren. Beide warnten aber vor vermeintlich einfachen Lösungen. Denn es helfe nicht, wenn man das Problem nur um einige 100 Meter verschiebe und dann die Anwohner anderer Bereiche nasse Füße bekämen. Frank Zimmermann WN