Eigentlich gilt Fisch als leckeres und gesundes Nahrungsmittel, doch nun geben die Buchstaben PFT dem Fischverzehr einen besonderen „Beigeschmack“. Was ist PFT und was hat das mit dem Essen von Fischen zu tun?
PFT ist die Abkürzung für Per Fluor Tenside, eine Gruppe der perfluorierten Kohlenwasserstoffe. Darunter die bedeutensten: Perfluoroctansulfonat (PFOS) und Perfluoroctansäure (PFOA). PFT`s sind sehr stabile organische Verbindungen, die nicht biologisch abbaubar sind. In der Natur sind sie sehr beständig und gut in Wasser löslich.

Zudem ist PFT sehr hitzebeständig, wasser- und fettabweisend, dadurch findet es in vielen Industrieprodukten seine Verwendung. Beispielsweise kommt PFT in wasserabweisender Kleidung (Imprägnierung), Teflon-Pfannen und in Papier vor. Hier vornehmlich bei wasserabweisenden Schalen wie Pommes-Schalen, Pizzakartons und ähnliches. Des Weiteren ist PFT Bestandteil von Leder, Reinigungsmitteln, Feuerlöschschaum sowie Computer und Mobiltelefonen.

PFT ist durch die Industrialisierung praktisch fast überall in der Natur und in Lebewesen nachweisbar. PFT reichert sich in Lebewesen über die Nahrungsaufnahme an, die Ausscheidung beim Menschen dauert mehrere Jahre. Die Perflorierten Tenside stehen im Verdacht, krebserregend und fortpflanzungsschädigend beim Menschen zu sein, geringste Konzentrationen sind bereits als gefährlich für den Menschen anzusehen.

Im Einzugsgebiet der Möhne im Sauerland wurden im Sommer 2006 hohe PFT-Werte im Wasser gemessen. Daraufhin wurden vom Staatlichen Veterinäruntersuchungsamt Arnsberg Fische auf ihre PFT-Belastung untersucht und mitunter wurden sehr hohe Belastungen in den Tieren nachgewiesen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung gab Ende Juli für den Menschen die täglich tolerierbare Fischverzehrmenge von 0,1 µg PFOS pro kg Körpergewicht an. Das sind bei einem Menschen mit 50 kg Körpergewicht 5 µg, bei 80 kg Körpergewicht 8 µg PFOS am Tag. Aus den Untersuchungsergebnissen abgeleitet hat das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen Mitte September eine Verzehrempfehlung für Fische im Möhneeinzugsgebiet und der Ruhr herausgegeben. Demnach darf ein Mensch zum Beispiel einmal pro Monat Fisch (300 g) aus dem Gewässerabschnitt Möhne oberhalb des Möhnesees essen. Für Fische aus dem Möhnesee und unterhalb des Möhnesees liegt die Verzehrempfehlung bei 3 Fischen (je 300 g) pro Monat.

Aufgrund der hohen PFT-Nachweise im Möhneeinzugsgebiet hat das Umweltministerium in Düsseldorf eine landesweite Untersuchung auf PFT für alle im Trinkwassereinzuggebieten gelegenen Gewässer veranlasst. Für einen Bereich der Dinkel in Gronau-Epe trifft diese zu, hier wurden nach ersten Angaben der Unteren Wasserbehörde Borken keine PFT-Belastungen festgestellt.