Meerforelle (Foto: M. Mensing)Dass es in der Dinkel Meerforellen gibt hört sich nach einem Aprilscherz an. Doch wenn es bislang auch nur selten gelang, zwei Fänge von Vereinsmitgliedern beweisen ihr Dasein.
Johannes Tillmann und Tobias Ostendorf gelang es eine Meerforelle in der Dinkel zu fangen. Beide Fänge sorgten für großes Erstaunen bei den Anglern des Vereins und auch bei den Fischexperten des Fischereiverbandes. Hintergrund ist die immer noch schlechte Durchgängigkeit der Dinkel. Stellenweise versperren Stauanlagen den direkten Fischaufstieg. Allerdings findet die Meerforelle trotzdem Wege, über diese Anlagen stromaufwärts zu gelangen.

Mit Hilfe von J. Liebermann und M. Möhlenkamp konnten die Fische aber bestimmt werden. "Der gerade Schwanz des Fisches ist für die Bestimmung ein wichtiges Merkmal berichtet", J. Liebermann. "Bei der Bachforelle (Standorttreue Form) sollte und ist der Schwanz immer abgerundet! Die auffällig silberne Färbung verrät, dass der Fisch in der Laichzeit war. Deutlich sind Farbdifferenzen zwischen Kopf und Körper sichtbar."

Meerforelle (Foto: privat)„Die Gattung der Forellen wurde früher in 3 Arten unterteilt, heute wissen wir, dass es sich bei allen drei Arten der Forelle (Bachforelle - Seeforelle – Meerforelle) um dieselbe Art handelt“, so Liebermann.  „Das bedeutet, dass die Fische die der ASV Nienborg aus Schöppingen bekommt nur zu einem Teil standorttreu sind.
Ähnliche umgekehrte Beobachtungen konnten in Flüssen und Bächen die mit Meerforellen besetzt wurden beobachtet werden. Innerhalb von ein paar Jahren bildeten diese einen Standortreuen Bachforellenbestand. Wenn nun ein See an beispielsweise diesem Flusssystem angeschlossen ist, kann es automatisch zu einer Seeforellenpopulation kommen, wenn das Habitat es hergibt“, so Liebermann weiter.