Fachberichte lokal

Dinkel: Eisdecke bricht ein.Das letzte große Fischsterben in der Dinkel ist gerade einmal sechs Jahre her und nun müssen die Angler des Angelsportvereins Nienborg Dinkel e.V. (ASV) wieder mit dem Schlimmsten rechnen. Grund für diese Annahme ist ein Leerlaufen der Dinkel am Dienstagvormittag in Zusammenhang mit den frostigen Witterungsverhältnissen. In den vergangenen Tagen hat sich auf der Dinkel eine 15 cm dicke Eisschicht gebildet. „Das ist erst mal nicht bedrohlich für die Fische der Dinkel“, weiß Christian Schubert, Vereinsvorsitzender des ASV. „Die Fische verweilen derzeit am Gewässergrund in einer Art Winterruhe. Zwischen Eisschicht und Gewässergrund sind bei einem normalen Wasserstand noch 80-100 cm nicht gefrorenes Wasser, das den Fischen zum Überleben ausreicht“.

Nicht so am Dienstagvormittag, denn da ist die Eisdecke der Dinkel fast vollständig eingebrochen und abgesackt. Grund dafür ist ein vorangegangenes Ablassen des Wassers über das Mühlenwehr. „Durch das Öffnen des Schleusenwehres und dem damit eingeleiteten Wasserabfluss ist das Wasser unter der Eisschicht fast vollständig abgeflossen. Die Eisdecke hat sich teilweise bis zum Gewässergrund abgesenkt. „Den Fischen ist praktisch die Decke auf den Kopf gefallen“, beschreibt Schubert die Situation.

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Das Wasser der Dinkel rauscht durch das Wehr an der Nienborger Mühle. Für Laien wirkt der Wasserstand recht hoch - die Pegelstände sind aber im grünen Bereich. Foto: (Frank Zimmermann) Es regnet. Seit Tagen. Seit Wochen. Bäche und Flüsse - auch die Dinkel - führen reichlich Wasser. Da passt es gut, dass die Untere Wasserbehörde des Kreises Borken das Regenrückhaltebecken westlich des Gewerbegebiets Bült zwischen Heek und Nienborg schon länger im Blick hat. Denn sollte es zu einem Hochwasser kommen - wonach die Pegelstände im Moment allerdings nicht aussehen - kann das Rückhaltebecken maßgeblich dazu beitragen, dass in Nienborg niemand nasse Füße bekommt.
Die Untere Wasserbehörde hat einen Sicherheitsbericht für das betagte Becken erstellt. Dabei haben sich zwei Schwachstellen herauskristallisiert: Die Standsicherheit der Wallanlagen ist fragwürdig und die Steuerung des Wehrs veraltert. Deshalb hat die Behörde nun einen Auftrag an ein Ingenieurbüro vergeben, zu prüfen, wie belastbar das Rückhaltebecken an der Dinkel genau ist.
Entsprechend der Ergebnisse soll das Becken, das auch beim Hochwasser im August 2008 eine wichtige Rolle spielte, auf den heutigen Stand der Technik gebracht werden, erklärte Stefan Pelz, Leiter der Unteren Wasserbehörde der Kreisverwaltung auf WN-Nachfrage. Mögliche Maßnahmen seien die Verstärkung der Wälle und die Automatisierung des Wehrs, das zurzeit noch von Hand betrieben werden muss.

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Torfmudde Foto: B. HeitmannNTorfmudde Foto: B. Heitmannach dem Hochwasser im August 2010 hat die Dinkel so einige interessante Dinge hinterlassen. Für Verwunderung sorgten mitunter zahlreiche große braune Klumpen, die am Uferbereich von Dinkel und Donaugraben angeschwemmt wurden. „Was ist das denn für ein Haufen“ war vielfach von verwunderten Spaziergängern zu hören. Wer sich die unförmigen Gebilde aber einmal näher angeschaut hat, dem wurde schnell klar, dass es sich hierbei um eine Art organisches Material handelt, dass sehr an Blumenerde erinnert. Pflanzenfasern und gelegentlich auch Wurzelteile sind in den dicken Brocken auszumachen.
Der Ursprung dieser Torfbrocken liegt in einem flussaufwärts gelegenen Moorgebiet, das allerdings freiäugig nur selten als solches zu erkennen ist. Im gesamten Niederungsgebiet vor allem der Urstromtäler des Tieflands in Norddeutschland finden sich größere und kleinere Moorflächen, die meist in kleinen Senken als Niedermoore entstanden sind. Im Laufe von oft mehreren Jahrtausenden haben sich die Niedermoore zu Hochmooren entwickelt.

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Dinkel im NSG Dinkeltalung (Foto: B.Heitmann)Seit Freitag ist es amtlich, im Amtsblatt der Bezirksregierung Münster ist die sog. Ordnungsbehördliche Verordnung zur Ausweisung des Naturschutzgebietes (NSG) „Dinkeltalung“ veröffentlich worden. Mit Spannung wurde beim Angelsportverein (ASV) Nienborg Dinkel e.V. auf die Veröffentlichung gewartet. Im Februar 2011 hatte der ASV zusammen mit dem Landesfischereiverband Westfalen und Lippe e.V. noch in zwei Stellungnahmen an die Bezirksregierung Münster das weiträumige Angelverbot im Entwurf kritisiert. Ob und wie die Bezirksregierung Münster aber die Sorgen der Angler berücksichtigen würde, war nicht vorherzusehen.

Jetzt können die Nienborg Angler aufatmen. Ein so drastisches Angelverbot, wie es noch im Entwurf zum NSG vorgesehen war, wird es nicht geben. Christian Schubert, Vereinsvorsitzender des ASV Nienborg, ist sichtlich erleichtert: „Wir können uns mit dem getroffenen Kompromiss, in der jetzt amtlichen Verordnung gut arrangieren. Es ist ein kleines Weihnachtsgeschenk für den Verein und mit Sicherheit keine böse Überraschung, die da auf uns zugekommen ist. Wir haben immer die Hoffnung gehabt, dass auch die Fischerei im Einklang mit dem Naturschutz weiterhin ihren Platz haben wird“, so Schubert.

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Novemberpegel DinkelZum Beginn des Sommers wäre diese Meldung sicherlich besorgniserregender. Jetzt in der kalten Jahreszeit ist sie doch ehr als außergewöhnlich anzusehen. Aber immerhin, es fehlen nur noch 2-3 cm am Pegel der Dinkel bei Heek, bis der niedrigste Wasserstand aus diesem Sommer sogar jetzt im November noch unterboten werden könnte. Mit rund 13 cm Wasserstand ist das derzeit wohl einer der niedrigsten jemals im November gemessenen Pegelstände. Verantwortlich für das Niedrigwasser ist eine langanhaltende Hochdruckwetterlage in diesem Herbst mit nahezu keinen Niederschlägen. Im November sind bislang lediglich 0,89 mm Regen an der Messstation Heek erfasst worden.

Aufgrund der niedrigen Temperaturen ist es ehr unwahrscheinlich, dass das Niedrigwasser einen Einfluss auf die Fischbestände der Dinkel haben wird. Eine Gewässereutrophierung ist unter diesen Bedingungen nicht zu befürchten. Durch die niedrigen Wassertemperaturen bleibt ausreichend Sauerstoff im Wasser gelöst, was im warmen Wasser nicht mehr der Fall wäre. Zudem findet keine Algenbildung mehr statt und die sauerstoffzehrenden Verrottungsprozesse laufen nur noch sehr verlangsamt ab.

Mit Blick auf die nächsten Tage ist aber weiterhin nicht viel Niederschlag in Sicht. Für Ende November/Anfang Dezember könnten ein paar mm Niederschlag kommen, diese Vorhersagen oder gar ein noch weiterer Ausblick sind aber noch zu ungenau. So bleibt abzuwarten, ob in den nächsten Tagen tatsächlich der niedrigste Pegelstand in diesem Jahr vom 23. Juni mit 9,6 cm noch unterboten wird.

Unter Federführung der Unteren Wasserbehörde des Kreises wird in den nächsten Jahren die Wasserrahmenrichtlinie auch an der Dinkel umgesetzt. Foto: (sy) Begradigt und in ein festes Korsett gepackt fließt die Dinkel durch Legden und Heek. Ihren ursprünglichen Zustand vor dem einengenden Eingreifen der Menschen wird sie zwar nicht zurückerhalten, aber für den Kreis Borken und seine Partner steht fest: In bereits wenigen Jahren soll sich das Flüsschen wesentlich naturnaher präsentieren als heute. Die ersten Maßnahmen beginnen schon jetzt.
In Heek könnten noch in diesem Jahr die Bagger anrollen, wie Judith Nollmeyer vom Kreis Borken ankündigt. Die Baumaschinen sollen den Lauf der Dinkel nördlich des Hofes Oldemölle verändern: Zwei sogenannte Sohlabstürze, die die Fließgeschwindigkeit bremsen, sollen verschwinden, da sie ein kaum überwindbares Hindernis für Fische und Kleinstlebewesen darstellen. Um weiterhin große Fließgeschwindigkeiten und dadurch Erosionen zu verhindern, soll die Dinkel wachsen und eine neue Schleife erhalten.

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