Fachberichte

lfv logoIn seiner Pressemitteilung vom 16.07.2012 empfiehlt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV), auf den Verzehr von selbstgefangenen Aalen aus nordrhein-westfälischen Gewässern zu verzichten. Grundlage dieser weitreichenden und umfassenden Empfehlung ist eine Untersuchung zur Belastung von Aalen aus den Unterläufen einiger Flüsse in NRW. (...)

Die Fokussierung der Landesbehörde auf die Unterläufe industriell genutzter Flüsse rechtfertigt nach Meinung des Landesfischereiverbandes nicht einen generellen Verzicht auf den Fang und die Verwertung von Aalen, so der LFV Westfalen und Lippe e.V.. Weitere Untersuchungen z. B. in den Kanälen oder in den Mittelläufen (Barbenregion) der Fließgewässer müssen erfolgen, um weitere Erkenntnisse zur Belastungssituation zu gewinnen. Das ist aus Gründen der Gesundheitsvorsorge und des Artenschutzes unerlässlich.

Der Landesfischereiverband Westfalen und Lippe wird Aale aus den Verbandsgewässern, insbesondere westdeutsches Kanalnetz und Lippe in den Kreisen Recklinghausen und Unna, fangen und auf eigene Kosten untersuchen, um schnellstmöglich eine zuverlässige Aussage zur Belastung von Aalen mit Dioxin und dioxinähnlichen PCB in diesen Gewässerabschnitten treffen zu können.

Unsere Angler werden umgehend über den Bericht des LANUV sowie über weitere Ergebnisse und daraus abzuleitende Verzehrempfehlungen informiert.

Die vollständige Pressemitteilung lesen sie hier: Pressemitteilung des LFV

(Quelle: LFV Westfalen und Lippe e.V., PE vom 17.07.2012)

Flussmonster im Strönfeldsee - Jochen Schmidt fängt Wels (Foto: Jochen Schmidt)Noch ist es ruhig am Strönfeldsee, kein Filmteam, keine Reporter und keine Abenteuer suchenden Touristen. Die „Flussmonster“, wie sie ein privater deutscher Fernsehsender nennt, sind im Strönfeldsee noch sehr klein, doch sie sind (er ist) da und sie wachsen (er wächst) schnell. Im ersten Lebensjahr erreichen sie Längen bis 30 cm, im zweiten bis 40 cm und im sechsten Lebensjahr sind sie bereits über ein Meter lang, und sie hören nicht auf zu wachsen. Zeitlebens nehmen sie an Länge und Gewicht zu und erreichen schnell Körperlängen von eineinhalb Metern und mehr, bei einem Gewicht von dann über 50 Kilogramm. Ihr Kopf alleine macht mehr als 20 Prozent der Gesamtlänge des Tieres aus, und durch das riesige Maul hat man schnell den Eindruck, dass man es hier mit einem wahren Monster zu tun hat.

Das „Monster“, das Jochen Schmidt, Vereinsmitglied des ASV Nienborg Dinkel e.V., jetzt im Strönfeldsee gefangen hat, will aber erst noch eins werden, und daher passt die Bezeichnung „Baby-Wels oder Strönfeld-Walli“ derzeit wohl besser. Beeindruckend ist der vermutlich zwei Jahre alte Fisch aber dennoch. Schon jetzt richtet sich der erste Blick auf das große Maul, an dem die typischen langen Bartfäden zu erkennen sind.

In vielen Teilen Mittel- und Osteuropas würde der Fang erst gar nicht für Verwunderung sorgen, geschweige denn eine Zeile auf einer Anglerwebseite füllen, denn der Europäische Wels ist hier beheimatet. Das westliche Münsterland sowie weite Teile Nord-West-Deutschlands zählen aber nicht zum natürlichen Verbreitungsgebiete der Welse, und gerade deshalb widmen wir diesem Wels unsere ganze Aufmerksamkeit.

Im Fernsehen werden die Flussmonster von Touristen mit einem beherzten Griff ins Maul aus Unterwasserhöhlen gezogen und das als touristischer Abenteuerurlaub vermarktet. Am Strönfeldsee findet man sie noch nicht, keine Touristen und keine, die im Wasser mit Riesenwelsen kämpfen, um anschließend wieder ins Büro zu fahren und die Kollegen damit zu beeindrucken. Jochens kleinerer Wels ging ganz unspektakulär an den Haken seiner Angel, es hat kein wilder Kampf im Strönfeldsee stattgefunden, dafür war der Baby-Wels noch zu klein.

Spätestens aber an dieser Stelle darf man sich die Frage stellen: Woher kommt eigentlich der Fisch? Wo sind die Eltern und wie viele und wie lange gibt es schon Welse (Flussmonster) im Strönfeldsee?

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Aal (Foto: B. Heitmann)Im Rahmen eines Messprogramms hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) die Belastung von 127 Wildaalen aus 11 verschiedenen NRW-Gewässern mit Dioxinen und polychlorierten Biphenylen (PCB) untersucht. Bei den Gewässern handelt es sich um: Sieg, Erft, Wupper, Rur, Niers, Schwalm, Lippe, Ruhr, Rhein, Berkel, Urft- Talsperre. In die Prüfung wurden auch die Analyseergebnisse von 10 Aalen aus der Weser, die im Rahmen eines Monitoringprogrammes des Verbraucherschutzes erhoben wurden, einbezogen. Es wurde bei fast allen Untersuchungen eine sehr hohe Belastung der Aale mit Dioxinen und PCB festgestellt.

Dioxine wurden und werden nicht gezielt hergestellt, sondern entstehen als Nebenprodukte besonders bei Verbrennungsprozessen. PCB dagegen wurden gezielt eingesetzt, z.B. in Transformatoren oder als Weichmacher in Anstrichstoffen. Auch wenn die Anwendung mittlerweile in den fast allen Staaten verboten ist, sind sowohl Dioxine als auch PCB wegen ihres geringen Abbaus immer noch in der Umwelt vorhanden und werden dies auch langfristig noch sein. Somit finden sie sich auch in Gewässern und in den Flüssen wieder.

LANUV-Präsident Dr. Heinrich Bottermann: „Die Belastung der Umwelt mit PCB erfüllt mich mit tiefer Sorge. Obwohl der Stoff schon längst nicht mehr eingesetzt wird, ist er überall in der Umwelt vorhanden, weil er praktisch nicht abgebaut wird. Wir finden PCB deshalb auch in unseren Lebensmitteln wieder.“

Dioxine und PCB sind langlebige Verbindungen, die sich im Fettgewebe ablagern und nur sehr langsam abgebaut werden. Sie reichern sich als Umweltkontaminanten hauptsächlich in fettreichen Lebensmitteln an, so im besonders fettreichen Aal.

Die akut toxischen Wirkungen von Dioxinen und dioxinähnlichen PCB sind beim Menschen nur bei Kontakt mit sehr hohen Mengen, wie z.B. bei Arbeitsunfällen oder Vergiftungen beschrieben. Bei einer chronischen Belastung zählen die Effekte auf das Nerven- und Immunsystem zu den wichtigsten gesundheitlichen Wirkungen. Das LANUV hat die Wirkungen auf den Menschen umfassend in einer Stellungnahme beschrieben, die von der Kommission Human-Biomonitoring beim Umweltbundesamt jüngst veröffentlicht wurde (www.uba.de). Informationen zu PCB und Dioxinen in Lebensmitteln auch auf der Seite www.bfr.bund.de.

Da die Aufnahme von Dioxinen und dioxinähnlichen PCB zum Schutz vor den schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen so weit wie möglich minimiert werden sollte, wird zum Schutz von Anglern und ihren Familienangehörigen geraten, generell auf den Verzehr von selbstgefangenen Wildaalen aus nordrhein-westfälischen Gewässern zu verzichten (siehe Verzehrsempfehlung des LANUV auf www.lanuv.nrw.de.

(Quelle: LANUV Nordrhein-Westfalen, PE vom 16. July 2012)

Der Einsatz der Rettungskräfte blieb ohne Erfolg. Der 22-Jährige konnte nur noch tot geborgen werden. (Foto: Klaus Wiedau)Was als Sommertag mit Freunden am See begann, endete gestern am frühen Freitagabend als Tragödie: Ein 22-jähriger Mann aus Alstätte ist im Strönfeldsee ertrunken. Auch ein Großaufgebot an Rettern aus der ganzen Region konnte ihn nur noch tot bergen.

Rettungskräfte bargen gegen 18.45 Uhr den leblosen Körper des jungen Mannes aus dem bis zu zehn Meter tiefen Wasser Von Klaus Wiedau, Markus Kampmann und Martin Borck. Ersten Berichten zufolge hatten zwei Mitglieder einer Gruppe junger Leute versucht, den zehn Hektar großen und einige Hundert Meter breiten See zu durchschwimmen. Unterwegs verschwand einer der beiden von der Wasseroberfläche. Ein anwesender Ersthelfer, der auf die lebensgefährliche Situation des jungen Mannes aufmerksam geworden war, sprang in den See. Er bekam den Hilflosen zunächst auch zu packen – konnte ihn jedoch zu seiner großen Verzweiflung nicht festhalten und ans rettende Ufer bringen. Sofort wurde die Feuerwehr alarmiert.

Helfer der Löschzüge aus Nienborg und Heek rückten an. „Insgesamt 45 Mann“, wie der Leiter der Feuerwehr Heek, Heinz-Peter Rump, vor Ort gegenüber den WN erklärte. Auch die Taucherstaffel der Feuerwehr Gronau wurde sofort angefordert. Deren Mitglieder waren ebenso im Einsatz wie ein Hubschrauber der Polizei, der aus der Luft versuchte, den Vermissten zu orten. Feuerwehrleute suchten die Uferbereiche mit einer Wärmebildkamera ab. Ein Rettungshubschrauber landete auf einem benachbarten Feld, rückte aber gegen 18.30 Uhr unverrichteter Dinge wieder ab. Auch der Polizeihubschrauber wurde abgezogen. Weitere Taucherstaffeln der Polizei und der Feuerwehr aus Rheine wurden zum Unglücksort beordert – kamen aber nicht mehr zum Einsatz, da die anwesenden Kräfte den leblosen Körper des jungen Mannes bargen. Der Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen. Ein Notfallseelsorger kümmerte sich währenddessen um die Mitglieder der Gruppe.
(Quelle: Westfälische Nachrichten, Foto: Klaus Widau, 18.08.2012)

Unbeschwertes Bade(see)vergnügen?Was gibt es schöneres, als bei Sonne einen Tag an einem Badesee zu verbringen? Überall in Deutschland gibt es Badeseen, die zum Sonnen und Baden einladen. Doch welcher ist der beste? Oft kennt man aber nicht mal alle Seen in der näheren Umgebung. Ist man dann noch im Urlaub unterwegs und kennt nicht die Tipps der Einheimischen, ist es oft schwer, einen schönen Badesee zu finden. Die Seite www.mein-badesee.de soll Ihnen dabei helfen, die schönsten Badeseen in Ihrer Nähe oder der Nähe Ihres Urlaubsorts zu finden.“(admexo GmbH)

Was sich nach einer echten Suchhilfe für badefreudige Menschen anhört, die im Sommer eine Abkühlung suchen, entpuppt sich als teils lebensgefährlicher Wegweiser ins kühle Nass. Scheinbar wahllos werden auf der Webseite alle möglichen Seen deutschlandweit als Badegewässer ausgewiesen. Ob vom kleinen Regenrückhaltebecken über Hafenanlagen bis hin zu Kiesgruben mit aktiver Abgrabung, jedes Gewässer scheint hierzulande ein wunderschönes und sorgenfreies Badegewässer zu sein.

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