„Petri Heil“ - mit dem Anglergruß begrüßt Bernhard Lösing am frühen Montagmorgen die 18 Schülerinnen und Schüler der Klasse 4 b der Bischof Martin Grundschule, und ihre Klassenlehrerin Iris Möller, an der Dinkel in Nienborg. Bei sonnigem Wetter führt der Schriftführer vom Angelverein Nienborg Dinkel e.V. gemeinsam mit Beisitzer Hans Benölken praktischen Sachkundeunterricht vor der Haustür durch.

Vertreter-des-Angelvereins-entdecken-mit-Grundschuelern-Fische-Krebse-und-Kaefer-Natur-am-und-im-Wasser-erleben image 630f 420f wnAn die wissbegierigen Schüler verteilen sie Lupengläser und Lupenbecher. Schnell erkunden die jungen Naturforscher bei einer abenteuerlichen Entdeckungstour die Natur mit ihrer biologischen Vielfalt am und im Wasser. Kurz hinter der Brücke der Autobahn 31 steht eine „Klette“. Mit ihren Stacheln verhakt sich die Pflanze an der Oberbekleidung der Schüler. Am Start des Naturlehrpfades erzählt Bernhard Lösing, dass die Dinkel in der Nähe von Coesfeld entspringt, nach Neuenhaus in Niedersachsen fließt, und ab dort zusammen mit der Vechte ihren Weg zum Ijsselmeer in den Niederlanden fortsetzt. Im Bereich des Naturlehrpfades mit dem Insektenhotel ist der Fluss naturbelassen. Am Ufer gibt es viele verschiedene Pflanzen.

„In diesem Jahr ist ein Holunderjahr“, sagt Bernhard Lösing und hält eine frisch-fruchtig riechende Blüte in seinen Händen. Passend dazu kosten die Schüler von seiner mitgebrachten Holunderblütenmarmelade. „Voll süß, lecker“, ist nicht nur Felix von der Geschmacksprobe begeistert. Mit den Fischarten kennen sich die Schüler sehr gut aus. „Barsch, Karpfen, Forelle, Rotauge, Hecht, Gründling, Brasse, Schleie“, antworten sie schnell auf die Frage, welche Fische in der Dinkel zu Hause sind.

Frau Möller schaut ein wenig ungläubig, als Bernhard Lösing über den Fang eines etwa einen Meter langen Hechtes in diesem Bereich berichtet. „Das ist kein Anglerlatein“, pflichtet Hans Benölken ihm bei. Auch gibt es hier Flusskrebse. Mit der Lupe untersuchen die Kinder einen ausgestopften Barsch, der sehr raue Schuppen hat. „Kormorane sehen wir Angler hier nicht so gerne“, sagt Bernhard Lösing. Diese fangen am Tag bis zu 500 Gramm Fisch, die die Angler dann nicht mehr fischen können. Freudestrahlend erzeugen die Kinder auf Grashalme einen pfeifenden Ton, fast so schön wie Vogelgezwitscher. Auf seiner „kostenlöse Flöte“ flötet Finn „Alle meine Entchen“.

Die Lupenbecher sind mit zahlreichen Schnecken und verschiedenen Käfern gefüllt. Rafael ist stolz auf seinen Ohrenkneifer. Unter Autobahnbrücke fliegt eine Libelle. Im Wasser entdecken Hannes und Louis Muscheln, Bachflusskrebse und Wasserschnecken. „Beim nächsten Mal gehe ich hier ganz anders spazieren“, sagt Karla. Wie ihre Mitschüler hat sie mit Begeisterung die heimische Natur entdeckt.

Das Projekt „Angelverein macht Schule“ gibt es seit fast zehn Jahren. Mit dem Gemeinschaftsprojekt bringt der Angelverein die Fischerei und die damit verbundene Naturschutzarbeit in die Nienborger Grundschule. Auch an diesem Vormittag zeigt sich, dass die Exkursion viel nachhaltiger ist als jede Theorie, die Natur vor Ort zu erleben und sie dadurch zu begreifen. Mit dem Projekt belegte die Jugendgruppe der AV Nienborg Dinkel e.V. im Rahmen des Naturschutzwettbewerbes 2010 des Landesfischereiverbandes Westfalen und Lippe e.V. (LFV) den ersten Platz.

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