Führungstiefe beim Schleppfischen (Bild: B. Heitmann)Das Schleppfischen scheint von außen betrachtet eine einfache, zum Teil auch langweilige Angelmethode zu sein. Dabei gibt es aber viele Aspekte zu beachten, damit sich der gewünschte Fangerfolg einstellt. Angesprochen ist hier nicht die Vielzahl von verschiedenen Ködern die zum Einsatz kommen können, sondern die grundlegende Technik. Dazu zählt vor allem die Geschwindigkeit mit der das Boot gesteuert wird, in welchen Tiefen gefischt wird, wie der Gewässergrund strukturiert ist und wie der Köder sich im Wasser bewegt.

Bei der Steuerung des Bootes werden grundsätzlich zwei Arten der Fortbewegung unterschieden. Die manuelle Fortbewegung mit Hilfe von Ruder/Paddel und die motorisierte Fortbewegung mittels Elektro- oder Benzinmotor. Benzinmotoren kommen üblicherweise nur an großen bzw. tiefen Seen zum Einsatz oder in schiffbaren Fließgewässern. Auf kleinen Gewässern die zudem kein Schiffsverkehr aufweisen, kann der Benzinmotor selbst bei kleinster Fahrt, durch die auftretenden Geräusche, die Fische auf- und verschrecken. Will man aber dennoch den Einsatz der auf Dauer ermüdenden Ruder verzichten, empfiehlt sich ein Elektromotor, denn diese sind deutlich leiser. Bei beiden Motorvarianten kommt es aber im Wesentlichen auf die Fahrgeschwindigkeit an. Mitunter kann selbst die niedrigste Geschwindigkeitseinstellung zu schnell sein, so dass der angebotene Köder keine attraktive Beute darstellt. Starker Rückenwind erhöht zudem die Fahrgeschwindigkeit, selbst bei niedrigster Motorleistung. Ein richtiges Gefühl für die Fahrgeschwindigkeit bekommt man meist nur durch das Rudern mit Muskelkraft. Hier kann die Fahrgeschwindigkeit den Wetterbedingungen optimal angepasst werden. Auch auf Kurvenfahrten und das Überfahren von Hindernissen kann durch die manuelle Fortbewegung besser reagiert werden.

Die richtige Fahrgeschwindigkeit hängt wiederum von mehreren Faktoren ab. Grundsätzlich ist aber die Geschwindigkeit so zu wählen, dass 1. der Köder nicht zu schnell angeboten wird und damit nicht unerreichbar für den Beutefisch wird und 2. der Köder nicht zu langsam geschleppt wird, damit von ihm noch ein gewisser Reiz zum Anbiss ausgeht.

Viele Kunstköder lassen sich gut bei einer Rudergeschwindigkeit von 3-5 Schlägen pro 10 Sekunden führen. Die sollte aber vor dem Schleppfischen überprüft werden. Dazu kann man den Köder einfach in Sichtweite neben dem Boot schwimmen lassen und beobachten, wie er sich bei entsprechender Rudergeschwindigkeit verhält. Bewegt sich der Schwanz eines Gummifisches nicht, dreht sich das Spinnerblatt nicht oder wird der Wobbler einfach nur gerade hinterhergezogen, ist die Geschwindigkeit zu niedrig. In diesem Fall sollte die Schlagzahl erhöht werden, bis der Köder seine typischen Bewegungsmuster zeigt um den Zielfisch zum Anbiss zu verleiten.

Die Fahrgeschwindigkeit des Bootes hat weiterhin einen Einfluss auf die Führungstiefe des Köders. Allerdings sollte nicht anhand der Fahrgeschwindigkeit die Führungstiefe des Köders bestimmt werden. An dieser Stelle gilt es den Köder mit dem richtigen Gewicht für die zu befischende Stelle zu versehen. Das Bedeutet, dass bei einer Köderführung über Grund ein entsprechend schwerer Jigkopf den Köder am Grund halten muss und nicht eine langsamer Fahrgeschwindigkeit zum herabsinken des Köders führt. Soll im Mittelwasser oder an der Wasseroberfläche gefischt werden, ist ein entsprechend leichter Köder bzw. Jigkopf zu wählen.

Abfischen von Uferbereichen (Bild: B. Heitmann)Zusammengefasst bedeutet dies, dass die Fahrgeschwindigkeit an den Köder angepasst und der Köder an die zu befischende Tiefe ausgewählt werden muss.

Neben diesen Grundsätzen der Schleppfischerei ist aber auch auf den Ort, also der Bereich der abgefischt werden soll, ein besonderes Augenmerk zu legen. Fische halten sich an bevorzugten Stellen und Plätzen im Gewässer auf. Ein abfischen eines gleichbleibend tiefen Gewässerbereichs bringt meist nicht den gewünschten Erfolg. Erhebungen im Gewässerprofil (sog. Barschberge) sind interessante Hotspots dies es aufzuspüren und zu befischen gilt. Ebenso sind Gewässerkanten im Uferbereich aussichtsreiche Strecken für die Schleppfischerei. Um diese Bereich in einem Gewässer zu erkennen und gezielt befischen zu können, ist der Einsatz eines Echolotes besonders empfehlenswert. Mit Hilfe der Tiefenanzeige werden so Unregelmäßigkeiten in der Gewässertiefe sichtbar. Zudem können Flachwasserbereiche und monotone Strukturen erkannt und umfahren werden, was den Fangerfolg steigert.

© B. Heitmann