Feedern Wurftechnik (Bild: B. Heitmann)Das Angeln mit der Feederrute erlangt immer größer werdendes Interesse. Hier wollen wir Ihnen die Grundkenntnisse sowie einige Tipps und Tricks zum erfolgreichen Angeln mit der Feeder vorstellen.

Vorzugsweise kommt die Feederrute beim Angeln auf größere Distanz zum Einsatz. Aber auch bei ungünstigen Witterungsbedingungen, wie starker Wind und Wellengang ist das Angeln mit der Feederrute eine gute Möglichkeit die Bisse trotzdem gut zu erkennen. Im Prinzip ist das Feedern nichts anderes als eine Art des Grundangelns, wobei die Spitze der Rute als Bissanzeiger fungiert. Dass das Anlockfutter mit Hilfe eines Futterkorbes maximal der Vorfachlänge entsprechend vom Köder entfernt liegt, ist ein wesentlicher Vorteil zum Stippfischen.

Aber dennoch kommt es gerade beim Angeln mit der Feeder auf das richtige Werfen an, um immer wieder die gleiche Futterstelle zu erreichen. Dabei gibt es wesentliche Unterschiede, ob man in stehenden oder fließenden Gewässer fischt. In stehenden Gewässern ist es im Vergleich relativ einfach. Um immer in die gleiche Richtung zu werfen, fixiert man beim Werfen einen markanten Punkt (Baum) am gegenüberliegenden Ufer an. Um die entsprechende Weite immer wieder zu erreichen bedient man sich häufig der Hilfe des Schnurklipses an der Rollenspule. Zum Problem kann dies allerdings werden, wenn man große Fische wie Karpfen erwarten darf. Dann ist nicht in jedem Fall gewährleistet, dass während des Drills die Schnurreserve ausreicht.

Bei Fließgewässern muss die Strömung mit berücksichtigt werden, um immer wieder den Futterplatz zu erreichen. Probewürfe, immer ein Stück weiter Stromaufwärts sind unerlässlich, bis schließlich die Futterstelle genau gegenüber des Angelplatzes liegt. Es sollte Ziel sein, den Fangplatz auf kürzestem Weg vom Platz der Angelstelle zu erreichen. Hierdurch wird gewährleistet, dass selbst feine Bisse genaustes an der Rutenspitze angezeigt werden. Dabei kommt der Rutenstellung am Ufer eine besondere Rolle zu. Sie sollte möglichst immer im rechten Winkel zum Futterplatz aufgebaut werden. Bisse sind so besser zu erkennen und die Distanz von Rute und Köder ist am geringsten, was wichtig für einen erfolgreichen Anschlag ist. In stehenden oder sehr langsam fließenden Gewässer ist es zu empfehlen, die Rutenspitze relativ dicht über den Uferbereich bzw. den Wasserspiegel zu stellen. Dadurch werden Reaktionen der Spitze und Schnur auf Wind vermieden. Bei starker Strömung empfiehlt es sich allerdings die Rutenspitze steiler zu stellen. Die Angriffskraft der Strömung und die daraus folgende Spitzenbewegung wird so wesentlich verringert und undeutliche Bewegungen der Spitze vermieden.

Feedermontage (Bild: B. Heitmann)Die Montage zum Angeln mit der Feederrute ist vergleichsweise einfach. Auf die Hauptschnur wird ein Seitenarm aufgezogen und am Ende der Hauptschnur ein Wirbel befestigt. In diesen Wirbel wird das Vorfach mit Haken eingehängt. In den Wirbel am Seitenarm wird ein Futterkorb oder Madenkorb eingehängt. Die erforderlichen Weiten beim Wurf lassen sich durch unterschiedliche Gewichte des Futterkorbes erreichen. Bei stark strömenden Gewässern sollte ein entsprechend schwerer Futterkorb gewählt werden, um ein rollen des Korbes über dem Gewässergrund zu vermeiden.

Am Anfang eines erfolgreichen Fischens sollte der Futterplatz mit ausreichend Futter belegt werden. Dazu empfiehlt es sich die Montage ohne Vorfach und Harken, aber mit gefülltem Futterkorb fünf- bis achtmal auszuwerfen. Nach dem Auswurf lässt man den Futterkorb absinken und stellt die Entfernung mit dem Schnurklip ein. Dann sollte unter mehrmaligen kräftigen rucken an der Angelrute die Montage eingeholt werden. So ist gewährleistet, dass das Futter am Gewässergrund gut verteilt wird. Anschließend wird das Vorfach mit Haken eingehängt und das Angeln kann beginnen.

Nach dem Absinken des Futterkorbes muss die Schnur auf Spannung gebracht werden. Dazu wird die Schnur soweit eingerollt, bis sich die Spitze der Rute leicht in Richtung des Futterplatzes krümmt. Der Biss lässt sich durch mehr oder weniger kräftiges rucken der Rutenspitze erkennen. Manchmal sind die Bisse allerdings so fein, dass man die Sitze genau im Auge haben sollte. Beim Anschlag ist darauf zu achten, dass die Schnur unter Spannung bleibt, damit der Fisch sicher gehakt werden kann. Kommt es zu häufigen Fehlbissen muss die Montage entsprechend verändert werden. Gerade wenn die Bisse sehr fein sind empfiehlt es sich das Vorfach schrittweise zu verlängern, bis die Fische sicher geharkt werden. Wer dennoch glaubt mit einem gekauften 50 cm langen Vorfach kommt man immer hin, der sei eines besseren belehrt. Gerade die Vorfachlänge beim Feedern ist entscheidend für den erfolgreichen Fang.

In stehenden Gewässern sollte spätestens nach 10 bis 15 Minuten der Futterkorb wieder eingeholt und neu ausgeworfen werden. Dies dient dazu, ständig den Futterplatz mit Futter zu versorgen und zum anderen der Kontrolle, das die Montage nicht verwickelt ist oder der Futterplatz nicht richtig erreicht wurde. In stark fließenden Gewässern sollte ein kürzerer Abstand gewählt werden, da das Futter mit der Strömung fortgetrieben wird.
Kurzes einrollen der Schnur von ungefähr 1-2 Metern kann zusätzlich den Erfolg steigern. Dadurch wird das Futter kurz aufgewirbelt und vielleicht erst dadurch der genaue Futterplatz erreicht.

Das Futter spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle beim Feedern. Für Distanzwürfe muss es ausreichend fest sein, jedoch noch so locker, dass es sich im Wasser gut löst und am Futterplatz verteilt wird. Um ein vorzeitiges herausfallen des Futters zu vermeiden, empfiehlt es sich etwas Gries als Bindemittel mit in das Futter zu geben. Zudem ist zu beachten, dass das Futter nicht zu nass an gemischt wurde. Es löst sich beim Wurf aus dem Futterkorb und beim Auftreffen auf die Wasseroberfläche sehr schnell, so dass es nicht den Grund und damit den Fangplatz erreicht.

Brasse, Güster und Rotauge gehören zu den häufigsten Fängen mit der Feederrute. Als Köder steht die Made daher an erster Stelle. Aber auch Kaster, Mais und Wurm werden häufig eingesetzt.

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