Bis Ende 1964 konnte in Nienborg jeder Angeln, der folgende Bedingungen erfüllte:

1.) Er musste drei Unterschriften von Personen haben, die Grund und Boden an der Dinkel liegen hatten.
2.) Nach Vorlage der Unterschriften bekam er an der Gemeinde einen Bundesfischereischein. Durch diesen Bundesfischereischein wurde dem Angler erlaubt, von der Grenze Heek bis zur Grenze Epe (10 KV Leitung) die Fischerei zu betreiben.

Von diesen Pflichten und Rechten wurde wenig Gebrauch gemacht. Es war in unserem dörflichem Leben so üblich, dass man ab und zu auch wohl ohne Schein angeln konnte. Um dieses Wildangeln, was ja damals auch noch mit Reusen betrieben wurde, zu unterbinden, setzte sich bei den Anglern die Ansicht durch, endlich die Interessenten zu einem Verein zusammenzuschließen.

Hinzu kam, dass der Fischbestand in den Jahren 1963 bis 1964 äußerst schlecht geworden war. Der Grund des schlechten Fischbestandes war nicht in der Angelei zu sehen, sondern durch die beständig wiederkehrenden Fischsterben, besonders in den Sommermonaten.

Der starke Aufbau von Mastbetrieben im gesamten oberen und mittleren Dinkel teil und die dadurch zwangsläufige Zuführung konzentrierter Abwässer, gaben den letzten Anstoß dazu, Anfang 1965 mit sieben Anglern den Sportfischerverein Nienborg "Dinkel" zu gründen. Die Gründungsversammlung erfolgte im Lokal Nonhoff, wobei Erich Schmitz die Vereinsführung übernahm. Noch im gleichen Jahr, am 5 Mai 1965, wurde mit den Anliegern der Dinkel ein Vertrag abgeschlossen. Dieser besagte, dass die Mitglieder des Vereins zum Angeln "Uferbegehungsrecht" hatten, Für dieses "Uferbegehungsrecht" war der Verein verpflichtet, das Pachtgeld in Höhe von 85, -DM der Kath, Kirche zur Verfügung zu stellen. 1967 hatte der Verein bereits 36 Mitglieder und eine 10 Mann starke Jugendgruppe.

Das erste Jugendzeltlager fand 1967 in Borsum statt. Im Mai 1968 trat der Angelsportverein "Nienborg-Dinkel e. V." dem Landesverband Westfalen/Lippe e. V. , der dem VDSF Verband Deutscher Sportfischer e. V. angeschlossen ist, bei. Durch diesen Verbandsbeitritt gehörte der Angelsportverein "Nienborg-Dinkel e. V." der Kreisgruppe Grenzland an, in der 14 Nachbarvereine angeschlossen sind. Die erste Sportfischerprüfung wurde im Dezember 1968 abgelegt. Im Frühjahr 1969 wurde der erste nennenswerte Fischbesatz ausgeführt. Am 26.02.1971 wurde der Verein ins Vereinsregister eingetragen und bekam seine noch heute gültige Satzung. Im gleichen Jahr wurde das erste Makrelenangeln durchgeführt, und der Castingsport bekam in Nienborg die ersten Anhänger. Bis 1978 wurde die Dinkel im Frühjahr und Herbst regelmäßig mit Fisch besetzt. Die Mitgliederzahl stieg auf 31 Jugendliche und 42 Senioren an. Am 24.05. l978 wurde zwischen dem Angelsportverein "Nienborg-Dinkel e. V." und der Fischereigenossenschaft Heek ein Pachtvertrag bis 1990 abgeschlossen.

Bei fast regelmäßig kleinen- und größeren Fischsterben, die den Bestand immer wieder dezimierten, wurden gezielte Gegenmaßnahmen ergriffen. Die meiste Last fiel der Nienborger Feuerwehr zu, die ihre Arbeit auf vorbildlichste Weise gelöst hat. Zur Vorbeugung solcher Fischsterben wurden der Dinkel regelmäßig Wasserproben entnommen und von der Landesfischereianstalt Aalbaum analysiert. Bei positiven Ergebnissen werden diese Untersuchungen dem Verein in Rechnung gestellt, mit der Auflage, dieses Geld auf gerichtlichem Wege vom Verursacher zurückzuholen. Ende der siebziger Jahre wurde die Dinkel zum wiederholten Male (hochwasserfest) linealgerade ausgebaut. Durch diesen Ausbau wurden den Fischen sämtliche Schutzzonen und Laichmöglichkeiten genommen. Diese Störung des natürlichen Gleichgewichtes konnte nur durch enormen Frühjahrs- und Herbstbesatz ausgeglichen werden. Heute besitzt die Dinkel unterhalb einen ungezwungenen Wasserverlauf, in dem der Fisch in einer natürlichen Umgebung aufwachsen kann.

Seit 1981 wurde fast jährlich ein Ölalarm gegeben, der meist von den Anglern entdeckt wurde. In den Jahren 1981-82 versuchte der Angelsportverein zur Schaffung eines Teiches ein Grundstück von der Gemeinde in der Bauernschaft Callenbeck zu pachten. Dieses Projekt scheiterte an der fehlenden Zustimmung des Gemeinderates. Unser erstes weibliches Mitglied konnten wir im Januar 1982 begrüßen. Das alte Stauwerk wurde von 1981 bis zur Erneuerung im Jahre 1984 vom Angelsportverein "Nienborg-Dinkel e. V", bedient und gewartet.

Dem Stauwart Johann König, der in den Wintermonaten sogar mehrmals nachts gerufen wurde, konnte man durch die Automatisierung des Staues die Arbeit erleichtern. Im Herbst 1984 / Frühjahr 1985 wurde das Stauwerk erneuert, wobei, nach Meinung der Angler, mit Beton und Eisen nicht gespart wurde. Im Januar 1984 wurde gemeinsam mit dem Angelsportverein "Dinkeltreue Heek e.V." im Strönfeld ein Teich von der Firma Borgers angepachtet. Dieser Teich, der sich jährlich vergrößert, wird von einem Gremium, bestehend aus Vertretern beider Vereine, verwaltet. Im Jahre 1984 wurde das 100. Mitglied des Angelsportverein "Nienborg-Dinkel e. V." aufgenommen. Seit Gründung beteiligt sich der Angelsportverein "Nienborg-Dinkel e. V," u. a. an Veranstaltungen zum Wohle der Allgemeinheit wie Dorffest, Pfarrkirmes, Mühlenfest usw.

Eine bis heute andauernde Freundschaft zwischen den Angelvereinen der Partnergemeinde Hummeloe en Keppel, dem ASV Dinkeltreue Heek und dem Angelsportverein "Nienborg-Dinkel e. V." besteht seit dem Sommer 1986. Sie ist gekennzeichnet durch regelmäßige Fischen und Treffen in geselliger Runde. In den letzten Jahren wurde die Wasserqualität der Dinkel immer besser; durch die langjährige Hege und Pflege konnte für die Angler und Anwohner ein hervorragendes Gewässer geschaffen werden, Es war und es wird immer ein Bestreben des ASV Nienborg Dinkel e. V." sein, den Nienborgern eine organisierte, aktive und attraktive Möglichkeit der Freizeitgestaltung zu bieten und dadurch im Umwelt- und Naturschutz tätig zu werden.

Für die Zukunft wünschen wir uns, dass unser Vereinsleben in den nächsten 25 Jahren nicht an Attraktivität einbüßt. Unser Dank gilt allen nicht genannten Personen, die sich durch ihr persönliches Engagement für die Belange des Vereins eingesetzt haben. Es sind Sportkameraden, die in unermüdlicher Treue zum Verein wesentlich Anteil daran haben, was der Verein werden konnte und heute darstellt, Sportkameraden, die bereit waren und sind, schöne und weniger schöne Zeiten zu durchleben und sich trotzdem stets freimütig zum Nienborger Angelsportverein bekannt haben und mit Recht stolz darauf sein können.

Autoren: Bernhard Lösing und Karl Mensing

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