| (k)ein Gewässer wie (k)ein anderes. Die Dinkel ist ein typischer Tieflandfluß, das heißt, sie ist im allgemeinen mehr oder weniger stark eingeschnitten, besitzt daher vielfach steile Ufer und ist aufgrund des geringen Gefälles ein recht langsam fließender Fluß. Die Quelle liegt bei Holtwick-Höven im Kreis Coesfeld.
Nach 103 km Fließstrecke mündet die Dinkel in Niedersachsen in die Vechte. Die durchschnittliche Fließgeschwindigkeit beträgt unter 1 m/Sek., und das Abflußvolumen liegt im allgemeinen bei 2,6 m³/Sek., bei Hochwasser bis zu 8,4 m³/Sek. Die Gewässergüte dieses Flusses ist im überwiegenden Teil des Kreises Borken II bis III, das heißt kritisch belastet. Neben der Bocholter Aa, der Berkel und der Vechte gehört die Dinkel zu den vier größten Fließgewässern des Kreises Borken.
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Kleine Rinnsale, Bäche und Flüsse bilden mit der sie umgebenden Aue eine ökologisch funktionale Einheit. Als Aue bezeichnet man den beidseitig der Fließgewässer bis zur Terrassenkante gelegenen Raum, der jahresperiodisch meist mehrmals und unterschiedlich lange überflutet werden kann. Natürlicherweise stocken hier Auenwälder. Unmittelbar bachbegleitend bilden Erlen und Weiden diese sogenannte Weichholzaue. Vom eigentlichen Bachbett meist entfernter und auf etwas höher gelegenem Niveau finden sich daran anschließend die Hartholz-Auenwälder, die nur noch unregelmäßig bei besonders starken Hochwässern überflutet und durchflossen werden. Die typischen Hartholz-Auenwälder aus Eschen, Flatterulmen, Traubenkirschen und Stieleichen sind -wenn überhaupt noch zu finden- nur noch relikthaft und kleinflächig erhalten. Sie mußten einer intensiven Landbewirtschaftung weichen und gehören heute zu den seltensten Waldgesellschaften.
Die Dinkel weist auf nur wenigen Kilometern Länge einen noch größtenteils intakten und sehr naturnahen Bachverlauf auf, der von Begradigung und standortfremder Gehölzbepflanzung weitgehend verschont blieb. Er stellt daher für die Dinkel einen der letzten natürlichen und ursprünglichen Bach-Abschnitte dar, der als typischer Tieflandfluß in dieser ökologischen Qualität mit einem reichhaltigen Arteninventar weit über die Kreisgrenzen beachtenswert ist und überregionale Bedeutung besitzt.
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Besonders hervorzuheben ist der unbegradigte und daher mäandrierende Verlauf und eine vielfach tief eingeschnittene Bachsohle, die durch hohe Fracht an Sand- und Schwebteilchen mitunter stark sandig bis sandig-schlammig aufsedimentiert ist. In einigen Abschnitten werden aber auch mergelige Kreidekalke mit versteinerten Mollusken angeschnitten. Neben Auskolkungen, kleineren Uferabbrüchen sind aber auch Untiefen, Sandbänke und Uferwälle gebildet worden. Als besonders interessant ist die Abwechslung mehrerer kleiner, bachbegleitender Waldparzellen (mit zum Teil gut ausgeprägten Hartholz-Auenwaldrelikten) mit einem bis vor wenigen Jahren relativ hohen Grünlandanteil in der Aue.
Die Böschungskanten zwischen Aue und Niederterrasse markieren den historischen Bachverlauf. Sie wurden nach dem Abschmelzen der Gletscher über viele Jahrtausende herausmodelliert und sind Zeugen der nacheiszeitlichen, aktiven Gestaltungsepoche unserer Fließgewässer. Auch wenn diese Böschungs- und Talkanten leider nicht mehr durchgehend die Auen der Fließgewässer begrenzen und vielfach einer intensivierten Bewirtschaftung weichen mußten, so sind sie erfreulicherweise doch an mancher Stelle als prägnante Geländekanten gut erkennbar. Nicht nur als geologische Zeitzeugen oder als Refugiallebensräume sind sie interessant, vielmehr beherbergen diese nur ein bis zwei Meter hohen Böschungen eine Fülle bedrohter Pflanzen und Tiere und stellen einen eigenständigen Biotoptyp in einem morphologisch oft schwach strukturierten Landschaftsraum dar.
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